Unterwegs mit Prabal

Während der Gespräche am letzten Tag des Vipassanā-Kurses lernte ich Prabal kennen; wir führten lange und gute Gespräche und da wir beide den Rajaji Nationalpark aufsuchen wollten, beschlossen wir für einige Tage gemeinsam zu reisen, was bedeutete, dass ich noch einmal nach Haridwar und Rishikesh zurückkehren sollte.

1Wir spazierten in einem Ashram in Rishikesh umher, in dessen Gärten erfreuten sich die Schmetterlinge an den zahlreichen Blumen.

SchmetterlingVom Ashram aus hatten wir einen Blick auf Rishikesh und die Ram Jhula.

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Ehe wir uns, vorbei an Sadhus, Affen und weiteren Schmetterlingen, in die Stadt begaben.

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Hier der Fotograf.

6Nachdem wir etwas gegessen hatten, machten wir uns auf den Weg zum Parmarth Niketan Ashram, in welchem wir einer Puja am Ganges beiwohnen wollten. Doch ehe es so weit war, sahen wir uns etwas im besagten Ashram um.

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Es ist eines der wenigen Ashrams in Indien, in welchem Kinder sich der Veda Ausbildung widmen können. Und als die Schüler sich auf den Weg zum Ganges machen, taten wir es ihnen gleich.

10Und wohnten dort einer Puja bei.

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An diesem Abend sang einer der Schüler und überraschte mit einer wundervollen Stimme, welche mir Gänsehaut bereitete.

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Ein jeder sang mit.

21Hinter uns war bereits der Mond zu sehen.

16Und vor uns verabschiedete sich die Sonne.

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Nachdem die Puja vollzogen war, machten wir uns auf den Rückweg ins Hotel, denn am nächsten Morgen wollten wir früh aufbrechen, zum Rajaji Nationalpark.

22Im Rajaji Nationalpark.

23So fuhren wir hinein in den Dschungel.

24Recht rasch bekamen wir erste Tiere zu sehen; eine Axishirsch-Kuh mit ihrem Kalb.

25Wir fuhren weiter, vorbei an einem toten Baum, an welchem neues Leben beginnt.

28Unzählige Vögel bewohnten die Bäume und Wälder, Büsche und Gräser des Nationalparks.

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Dann stießen wir auf eine erste große Axishirsch-Familie.

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Stößt man auf eine größere Axishirsch-Familie, so sind auch oft Hanuman-Languren nicht weit; die Axishirsche halten sich in der Nähe der Affen auf, denn diese lassen gern einmal eine Leckerei vom Baum fallen und ebenso geben die Primaten Warnrufe von sich, wittern sie eine Gefahr, wie einen Tiger oder Leoparden, was  dann auch die Axishirsche zu verstehen wissen.

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Eine Raubkatze selbst sahen wir zwar nicht, aber eine Tatzenspur eines Leoparden.

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Wir fuhren durch offene Graslandschaften.

56Und trafen auf ein Wildschwein.

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Und während Prabal und ich noch die Wildschwein-Familie, welche sich nun ebenfalls zeigte, bestaunten; da entdeckte unser Fahrer zwei Eulen, versteckt in einer Baumhöhle. Der Fahrer hatte wirklich bemerkenswert gute Augen und den richtigen Blick ein jedes Tier zu erspähen.

Eule 43

Und auch auf dem Boden sah man hie und da spektakuläre Vögel.

38Dann fuhren wir vorbei an einem Baum, welcher ein Hirschgeweih zu imitieren versuchte.

44Schließlich trafen wir auf Indiens Nationaltier – den blauen Pfau.

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Da gab es auch für den Hirsch kein Halten mehr.

39Erneut ein wunderschöner Vogel.

Vogel 2 Vogel 1

Am Wegrand fanden wir einen Hirschschädel.

58Ehe wir den Rajaji Nationalpark, nachdem wir drei Schweine passierten, wieder verließen.

45Doch eine Tasse Tee und einen kleinen Snack in dieser gemütlichen Hütte wollten wir uns noch gönnen.

59So kehrten wir nach Haridwar zurück.

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Am nächsten Tag fuhren wir in das Dorf Nilkant nahe Rishikesh, welches sich auf den Hügeln in ca 1400 Metern Höhe befindet, um dort Tempel zu besuchen. Wir fuhren hinauf mit Blick auf Rishikesh.

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Hier der Neelkanth Mahadev Temple.

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Die Aussicht in den nebligen Hügeln.

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Dies war unser letzter gemeinsamer Tag und so endete eine schöne Zeit mit Prabal, denn am nächsten Morgen fuhr er in der Früh nach Hause.

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Vipassanā

Ich melde mich zurück aus Delhi, wo ich nach langer Zeit einmal wieder eine gute Internetverbindung habe und berichten kann. Ich war in Dörfern in Himachal Pradesh und in Punjab unterwegs, fern des Tourismus, fern des Internets, inmitten des indischen Familienlebens. Ich hoffe mein Versuch einer Entschuldigung für die Abwesenheit ist akzeptiert. Auf jeden Fall könnt Ihr Euch auf schöne Berichte und Fotos heute und in den kommenden Tagen über meine Erlebnisse freuen!

MeditationNun denn, ein großer Sprung zurück zum ersten Dezember, zur Meditation im Village Jantanwala im Dhamma Salila Dehradun Vipassana Centre, gelegen an einem Fluss, umgeben von Bäumen und Büschen und dem Dschungel im Hintergrund. So konnten die Teilnehmer in aller Stille, das Sprechen war strengstens untersagt, sich der Meditation widmen. Wobei es einige tierische Besucher gab, wie wilde Affen aus dem Dschungel, welche stets auf der Suche nach einer Leckerei aus der großen Küche des Centers waren. So nahm ich eines Morgens heimlich eine Orange aus der Küche mit und versteckte sie in meinem Raum um sie später in der Sonne essen zu können, doch ebenso heimlich stahl ein Affe mir die Orange und der Frechheit nicht genug lies er die Schalen direkt vor meiner Tür liegen. Hie und da hört man den prächtigen Ruf des majestätischen Pfaus und Gesänge diverser anderer Vögel. Überall im Center wächst eine Pflanze, welche bei Sonnenuntergang ihre Blüten öffnet und die umgebende Luft mit märchenhaften Düften schmückt. So gab die Natur selbst einen wundervollen Teil zum Wohlergehen der Teilnehmer dazu.

23Und so meditierten wir unter diesem strengen Zeitplan.

12Die Meditation, welche wir – die eifrigen Schüler – dort lernten, nennt sich Vipassanā, was aus dem Pali übersetzt „Einsicht“ bedeutet. Die Meditation vollzieht man bestmöglich in der Addhitthana Sitzhaltung, oder einfacher gesagt im Schneidersitz. Stets mit geschlossenen Augen, geschlossenem Mund und geschlossener Sitzhaltung, dies heißt unbewegt mit geradem Rücken und Nacken. Doch ehe wir Vipassanā lernten, sollten wir uns zunächst darin üben, uns ausschließlich auf das Atmen durch die Nase zu konzentrieren und die damit einhergehenden Empfindungen um die Nasenlöcher herum beobachten. Bei Verlust der Konzentration, gilt es tief ein und aus atmen, ehe zur Atmung zurückgekehrt wird. Dies dient als Vorbereitung, um mit ruhigem Geist sich der eigentlichen Vipassanā Meditation widmen zu können. So verbringen alle Schüler die ersten Tage gemeinsam in Gruppenmeditationen in der Dhamma Hall, in welcher Anweisungen von Satya Narayan Goenka über einen Rekorder gehört werden. Doch einfacher gesagt als getan, so kam es zu unerwarteten Schwierigkeiten, denn viele Inder scheinen keinen Rülpser oder Pups zu unterdrücken.

10Goenka, welcher im September vergangen Jahres im Alter von 89 Jahren verstarb, war ein Schüler des U Ba Khins in Burma, dem einzigen Land, in welchem die Lehren des Siddhartha Gautama, welcher zum Buddha (=Erleuchtetem/Erwachtem) wurde, erhalten blieben und welche Goenka nach 2500 Jahren zurück nach Indien brachte.

GoenkaDie Methode der Vipassanā Meditation ist schließlich die Empfindungen im Körper zu beobachten, unter der Berücksichtigung von „anicca“, was bedeutet, dass alles der Veränderung unterliegt. Zunächst werden grobe Empfindungen beobachtet, wie ein Jucken oder Schmerz, doch von Zeit zu Zeit immer feinere Empfindungen in immer tieferen Ebenen des Körpers. Wichtig ist es gleichmütig zu bleiben und die Lehre besagt, dass so tief verwurzelte Leiden gelöst werden können, um wahren Frieden und wahres Glück zu erfahren.

Alles andere als glücklich ist es, um 4 Uhr morgens von einem Glockenschlag ohnegleichen geweckt zu werden.

13Welchen ich stets gekonnt ignorierte, denn um 4.20 Uhr ging der Glockenmann erneut los; von Tür zu Tür um mit der einen Glocke sie alle zu wecken, sich gänzlich unbeliebt zu machen.

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Doch haben viele Dinge eine zweite Seite, so auch die Glocke; denn sie kündigte auch das Ende einer Meditationssitzung und das Essen an. So wartete ich anfangs, während der einen oder anderen Meditation, mit Schmerzen im ganzen Körper, sehnsüchtig auf den Glockenschlag. Und gelegentlich macht eine Kuh sich einen Spaß daraus uns Schüler zu ärgern, denn sie graste unmittelbar am Center und trug eine Glocke um den Hals und läutete zwischendurch Hoffnung in uns Schülern, aufzustehen und zum Essen stürmen zu können.

Hier der Koch (rechts) und einer seiner Gehilfen (links), welche jeden Tag erneut mit köstlich schmeckendem Essen überraschten.

16Die lange Schlange bei der Verteilung des Essens, welches im Übrigen stets rein vegetarisch war. Darüber hinaus ist es gänzlich nicht erlaubt während der Zeit des Kurses ein Lebewesen zu töten, dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Huhn oder eine Mücke handelt.

14Die Pagoda, in welcher sich die Meditationszellen in einem Kreis um die Zelle des Lehrers befinden.

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Am letzten Tag durfte das Schweigen gebrochen werden und so wurde los geplaudert, als hätte man ewig nicht mehr gesprochen; es wurden Erfahrungen mit der Meditation und nach langen Gesprächen Telefonnummern und E-Mail-Adressen ausgetauscht. Ich sprach, bevor der Kurs begann, mit jemandem über meines Bruders Marcel und meine Reise zu Fuß nach Indien, was bis zum letzten Tag die Runde gemacht hatte, sodass ich unzählige Interviews geben musste und ich eine indische Fangemeinde für uns gewann, welche eine Englisch Übersetzung unseres Buches, welches ja noch immer in Arbeit ist, forderte.

1Mit dem Lehrer Shri Ram Pal Singh Chauhan führte ich nach Ende des Meditationskurses  ein Gespräch über die Wege zur Glückseligkeit. Auch er hatte von meiner Reise zu Fuß nach Indien erfahren und erinnerte sich an ein Gespräch zu Beginn des Kurses, in welchem ich von den unerträglichen Schmerzen während des Sitzens bei der Meditation berichtete, und frug mich: „Du nimmst große Strapazen auf Dich, setzt Dich Gefahren aus, läufst Tausende von Kilometern nach Indien und kannst nicht eine Stunde unbewegt im Schneidersitz verweilen?“

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Auch mein zweiter Meditationskurs war eine interessante Erfahrung. Ich bin überzeugt, dass es wichtig ist, sich auf den Weg zu sich selbst zu machen. Aber dies tut jedes Individuum auf seine Weise; sicherlich kann dieser Weg hier im Dhamma Salila Dehradun Vipassana Centre eine Hilfe und ein Gefährt zum Erreichen dieses Ziels sein. Aber letztendlich führt dieser Weg zur Befreiung vom Selbst, einer Befreiung, zu welcher ich noch nicht bereit bin, da ich eben auf der Suche nach diesem Selbst bin. Es gibt Momente, im Meditationssaal, oder wenn Gedanken mich aus einem Buch reißen, oder kurz vor dem Einschlafen, da denke ich es entdeckt zu haben, da stelle ich ihm nach, jage es, ehe ich es dann wieder aus den Augen verliere.
Unter diesen Gedanken reiste ich mit frischer Energie weiter.

Und dann ging es in einer wilden Busfahrt mit leidenschaftlichem Gesang und vielem herzhaftem Lachen zurück nach Dehradun und dies in Begleitung der lustigen Hupe des Busfahrers, welcher einen „Digital Horn Controller“ besaß, mit welchem er den Klang seiner Hupe verändern konnte.

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Essen in Rishikesh

Was isst man eigentlich so in Indien? Hier ein Rückblick in unserem Blog über Essen – „Pure Vegetarian Restaurant“ – auf die kulinarische Seite Rishikeshs, einer Stadt, wo Fleisch, Eier und Alkohol verboten sind: Rishikesh

Essen in Rishikesh

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Auf verborgenen Pfaden

Rishikesh verabschiedete sich mit einem Dschungelabenteuer, so dass ich zunächst davon berichten möchte, ehe ich von der Vipassana Meditation und meinen jüngsten Erlebnissen in Amritsar erzähle.                                                                                                                             Gut, springen wir einige Wochen zurück, zurück zum Ganges, einer Wanderung flussaufwärts folgend. So wanderte ich, mit Rishikesh im Rücken,  erneut durch schöne Landschaft, stets bewaldete Hügel zur einen und den Ganges, mit ebenso bewaldeten Hügeln im Hintergrund, zur anderen Seite.

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Vorbei an Wasserbüffeln.

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Der Blick in jegliche Richtung war wunderschön.

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Vorbei an Saddhus und Affen. Und an hart arbeitenden Frauen.

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Stets traf ich auf Affenfamilien.

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Auch im Busch versteckt blieben die Affen meinem Blick nicht verborgen.

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Nach einiger Zeit des Wanderns bedurfte es einer Kaffeepause und ich schaute dem Geschehen zu. Anders als ich sind die meisten Fußgänger mit einem Stock ausgerüstet, zur Verteidigung gegen die manchmal etwas barschen Affen – vor allem vor den Rhesusaffen muss man sich in Acht nehmen.

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Da schaute auch ein Hund neugierig zu.

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Nach kurzer Ruhepause ging es weiter.                                                                                         Ein mulmiges Gefühl durch diese besonders große Rhesusaffenfamilie hindurchzugehen, unzählige neugierige Affenaugen schauen mich an, ob da wohl eine Leckerei in den Taschen versteckt ist, welche als Diebesgut in Betracht käme.

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Ein anderer ließ sich ein bisschen zu viel Zeit im Tempel.

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Und ein Jüngling fragte sich entsetzt wo die Mutter abgeblieben ist.

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Als wäre sie ewig verschwunden gewesen.

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Und dann fand ich einmal mehr einen verborgenen Pfad, direkt neben einem kleinen Bach gelegen, welcher mich den Hügel hinauf führen sollte. Und auf ging das Abenteuer!

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Den Bach musste ich nicht selten überqueren.

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Wie wundervoll ist doch die Aufregung in solchen Momenten; allein im Dschungel unterwegs, keine Menschenseele zu sehen, keine Maschinengeräusche zu hören, sich der Natur hingeben – mit pochendem Herzen und geschärften Sinnen, stets wachsam etwas Spektakuläres zu erfassen. Und so machte ich relativ früh eine erste Entdeckung, mit welcher ich hier in dieser Gegend nicht gerechnet hätte und welcher den Adrenalinspiegel höher schießen ließ.

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Außer dem Elefantenkot fand ich einige andere Spuren diverser Dschungelbewohner, zahlreiche Exkremente, aber auch Tatzenspuren – leider habe ich kein geeignetes Foto der Tatzenabdrücke.
Weiter ging das Abenteuer, nun mit wildem Verlangen auf ein wildes Tier zu treffen. Da stieß ich auf eine kleine höhlenähnliche Felsformation.

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Ein Durchgang im Felsen führte mich zu einem Wasserfall.

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Nach einer kleinen Erfrischung ging es weiter, erneut durch das Felstor.

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Schließlich zurück auf den Pfad.

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Als ich da den hübschen Bach beobachtete, welcher nicht weit entfernt von seiner Quelle war, wurde ich aus dem Träumen gerissen: Ein Geräusch aus dem Gebüsch, ich stand ruhig da und augenblicklich herrschte Stille. Mir kamen die Tatzenspuren in den Sinn; heftig pochte mein Herz in der Brust, so dass ich meinen Herzschlag hören konnte. Da schallten die Worte des Bruders Marcel in meinen Ohren. „Sei nicht leichtsinnig; schaue nicht so, Du weißt genau was ich meine.“

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Ich beschloss, dass es an der Zeit war Opas Taschenmesser auszupacken.

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Gesetzt den Fall, ich möchte die mitgenommene Mango essen.

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Weiter ging es, dem Gipfel näher kommend.

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Erneut ein Geräusch, doch dieses Mal konnte ich erahnen was es sein könnte. Es hörte sich nach einem Sprung an, so tippte ich auf Affen und nach wenigen Augenblicken erlickte ich meine ersten wilden Tiere bei diesem Dschungelabentuer – Hanuman-Languren. Anders als die mir aus der Stadt bekannten Hanuman-Languren sind diese hier in ihrem natürlichen Lebensraum sehr scheu und verschwinden meist, bevor man sie zu Gesicht bekommt. Doch ich hatte ihren Aufenthalt schnell genug ausfindig gemacht um sie noch sehen zu können und das eine oder andere Foto zu schießen.

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Langsam mahnte mich auch die sinkende Sonne zurückzukehren. Denn ich wusste nicht wo dieser Pfad hinführen würde und bei Dunkelheit zurückzukehren wäre sicherlich recht gefährlich, denn der Pfad ist oft sehr schmal und  es geht tief hinab. Doch noch wusste ich meine Neugierde nicht zu bremsen und wanderte weiter, durch Busch und Gestrüpp, bergauf.

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Dann zeigte sich, über mir zwischen den Baumkronen, der Himmel, so dass ich nun dem Gipfel dieses Hügels recht nah sein musste.

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Erneut eine spektakuläre Entdeckung, damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet – Wolfsmilchgewächs.

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Nun kehrte die Vernunft  zu mir zurück und ich beschloss mich auf den Rückweg zu machen, denn ich wollte den Pfad vor Einbruch der Nacht verlassen haben. Einige recht große Spinnen lagen auf meinem Weg.

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Ich musste mich beeilen, um pünktlich mit der Sonne unten zu sein. So stieg erneut die Aufregung, denn eine Nacht auf diesem Pfad wollte ich nicht verbringen.

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In der Eile stolperte ich nach unten und war ein wenig erleichtert die Straße zu sehen und es noch rechtzeitig geschafft zu haben, doch nun wartete noch eine Nachtwanderung zurück nach Rishikesh.

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Vipassanā-Meditationskurs

Anmerkung von Marcel:

Während unserer letzten Reise (Zu Fuß nach Indien) besuchten wir bei Dehradun einen Vipassanā-Meditationskurs.

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Marlon hat sich entschieden diesen Kurs noch einmal zu belegen und befindet sich seit Anfang des Monats im Vipassanā-Meditationszentrum bei Dehradun. Der Kurs dauert etwa zwei Wochen, sodass er sich gegen Mitte des Monat zurückmelden wird.

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Zeit Rishikesh zu verlassen

Lange Zeit verweilte ich in Rishikesh, lies mich auf die Stadt ein, lernte ihre Gegebenheiten und Kulturen kennen, ihre Menschen und Tiere, fand Gefallen daran mich ein wenig von der Stadt tragen zu lassen; doch verfiel ich ein wenig in Trägheit. In einem Gespräch mit einem der vielen Reisenden formulierte Werner, so hat er geheißen, es ganz treffend: „Man muss hier echt aufpassen, dass man nicht hängen bleibt.“ Bevor dies in der Gänze mir widerfährt ist es an der Zeit weiterzuziehen. Morgen reise ich weiter nach Dehradun um an einem zehntägigen Vipassanā-Meditationskurs teilzunehmen, welcher Sonntag beginnt. Ebenso würde ich gern den Rajaji Nationalpark besuchen, so werde ich das Büro des Direktors des Nationalparks in Dehradun aufsuchen.

Jhula

In der Gegend der Laxman Jhula lernte ich bisher lediglich eine Hanuman-Languren Familie kennen, welche zu meist auf den Mauern eines Ashrams verweilt, stets in der Hoffnung etwas zu essen von den Vorbeigehenden zu ergattern; aber auch nicht selten suchen sie in den umliegenden Büschen und Bäumen selbst nach Früchten und dergleichen. Doch anders als die Rhesusaffen, welche diese Gegend zu dominieren scheinen, sind die Languren eher friedlichen Charakters und wesentlich entspannter. Die Rhesusaffen sind recht aggressiv und nicht selten nehmen sie sich einfach, bei einer spontanen Attacke, was sie begehren.

Affenbande 2

Ein paar Dehnübungen am Morgen.

Affenbande 3

Ich finde schaut man sich Rhesusaffen und Hanuman-Languren einmal genauer an, dann sieht man sogleich welche eher entspannteren Gemüts sind und welche eher frech umherziehen.

Lieber Affe Böser Affe

Doch egal ob frech oder nicht – schlau sind sie beide. Hier ein Rhesusaffe bei der Benutzung eines Wasserhahns; nur sind sie etwas verschwenderisch, denn verschlossen wird der Wasserhahn nicht.

Schlauer Affe

Oft bin ich am Ganges unterwegs und lausche dem Rauschen des Flusses.

Am Ganges Am Ganges 2

Immer wieder schön einer der vielen Wasserfälle am Ganges.

Kleiner Wasserfall

Einmal auch auf dem Ganges, bei einer kleinen Bootstour.

Auf dem Boot Auf dem Boot 2

Eines Abends war ich zum Essen geladen bei einem Inder. Er heißt Raj und ist Zeichner, er zeigte mir all seine schönen Kunstwerke und ich erwarb das ein oder andere Bild von ihm. Der Grund der Einladung war, dass er mich mit seinem Cousin bekannt machen wollte, welcher zuweilen in Deutschland arbeitet. Der Cousin Rajs erklärte mir später selbst, dass er im Sommer in Deutschland Teppiche und allerlei aus Indien verkaufe und ehe der Winter einbricht, so kehre er der Kälte entfliehend zurück nach Indien. Hier die beiden beim Zubereiten des Abendessens.

Beim Inder 7 Beim Inder

So wurde mir gezeigt, wie Aloo Gobhi zubereitet wird und ich lernte sogleich – an Gewürzen wird nicht gespart!

Beim Inder 3 Beim Inder 5

Darauf brutzelte es vor sich hin.

Beim Inder 6

Es war ein schöner Abend, es wurde geplaudert, gelacht und gut gegessen.

Eines anderen Abends wohnte ich einer Zeremonie an der Ramjhula am Ashram Parmarth Niketan bei.

Zeremonie

Über der Zeremonie thronten Arjuna und Krishna aus der Bhagavad Gita.

Arjuna & Krishna 2

Und auch Hanuman fand einen Platz an diesem Ort.

Hanuman Hanuman 2

Ich bin nicht sicher, was alles bei dieser Zeremonie geschah, ich glaube es fand eine Verlobung statt, Minister wurden gesegnet, ein Swami hielt eine Rede, es wurde Gesungen, gebetet und vieles mehr. Jedenfalls war diese Zeremonie noch lange Gesprächsthema an den Straßenständen, so dass selbst eine Kuh interessiert zuhörte.

Stadtgespräch 2

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Vom wilden Motorradfahrer und allerlei Verrücktheiten

Biker

Es sind auch diese kleinen Verrücktheiten welche eine solche Reise ausmachen, wenn ich ein solches Bild vor Augen habe, wie diesen wilden Motorradfahrer, dann lacht alles in mir. Oder eine wilde Busfahrt über Straßen mit großen Löchern, so dass ich im Bus auf und ab hüpfe, wie ein kleines Kind auf einem großen Hüpfball, vorbei durch wunderschöne Landschaften, hindurch durch dreckige Orte. Wenn ich gezwungen bin eine eiskalte Dusche zu nehmen, was ganz angenehm sein kann, aber die schlimmere Variante ist, wenn ich warm dusche und das Wasser plötzlich eiskalt wird, da schaudert es den ganzen Körper runter. Doch andersrum, wenn ich kalt dusche und es plötzlich warm wird, das ist wundervoll. Genauso verrückt ein Stromausfall und plötzlich tappe ich im Dunkeln oder gar ein Stromausfall in der ganzen Stadt. Oder die Aufregung einen unbekannten Ort zu durchkämmen oder gar einen heimlichen Weg zu finden, einen verborgenen  Wanderpfad oder dergleichen. Dann laufen süße Kinder mir kichernd hinterher, um mir einmal freudig die Hand zu schütteln. Ein Affe stupst mich von der Seite an, um mich dann erwartend anzusehen. Und immer wieder schön ein strahlendes Lachen, welches oft in den Gesichtern der Inder wohnt.  Ja und dann noch diese bezaubernden Gefühle welche derweilen in mir aufkommen.

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